Grunderwerbsteuer

Aug 19, 2020 | Grunderwerbsteuer

Wer ein Grundstück oder den Anteil eines Grundstücks muss Grunderwerbsteuer entrichten. Diese Steuer ist eine Verkehrssteuer nach dem Grunderwerbssteuergesetz und eine Landessteuer. Dies bedeutet, die Höhe der Grunderwerbsteuer kann von Bundesland zu Bundesland differieren. Fällig wird die Steuer immer dann, wenn bei einem inländischen Grundstück ein Eigentumswechsel vollzogen wird (§1 Abs. 1 GrEStG). Beim Kauf des Grundstücks wird die Grunderwerbsteuer den Nebenkosten des Grundstückskaufs zugerechnet. Basis für die Höhe der Steuer ist der vertraglich vereinbarte Kaufpreis; die Grunderwerbsteuer ist vom Käufer zu entrichten.

Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf von Grundstücken an, wobei der Gesetzgeber nicht nur unbebaute Grundstücke meint, sondern auch solche, auf denen bereits Gebäude befinden. Dies ist in den §§ 873 ff BGB zu lesen „Zu einem Grundstück gehören alle fest mit dem Grund und Boden verbundenen Gegenstände“. Dies bedeutet, der Wert der Immobilie ist die Basis für die Höhe der Steuerschuld. Die Grunderwerbsteuer ist auch bei Erbbaurechten, Sondereigentum nach dem Wohnungseigentümergesetz und Gebäuden, die auf Grundstücken stehen, die einem Dritten, fremden Eigentümer gehören (§2 Abs. 2 GrEStG).

Die Grunderwerbsteuer ist nur einmal, nämlich beim Kauf des Grundstücks / der Immobilie fällig. Dies bedeutet, wenn ein unbebautes Grundstück gekauft wird, die Steuer bezahlt ist und auf dem Grundstück ein Haus gebaut wird gilt nur der Grundstückswerk als Basis für den Steuersatz.

Steuersatz

Bis zum Jahr 1998 galt für alle Bundesländer ein einheitlicher Steuersatz von 3,5 %, weil der Bund den Steuersatz festlegte. Die Kompetenz des Steuersatzes der Grunderwerbsteuer wurde mit der Föderalismusreform I auf die Länder übertragen, was zu einer Erhöhung des Steuersatzes führte. Mit der Erhöhung der Grunderwerbsteuer in den Jahren ab 2007 kam es zu Unterschiede bei den Steuersätzen, aktuell liegen sie zwischen 4,5% und 6,5%. In den letzten Jahren hatten die Bundesländer steuerliche Zuwächse, die auf die Grunderwerbsteuer zurückgeführt werden können. So konnten die Bundesländer im Jahr 2018 etwa 14,1 Mrd. Euro an Grunderwerbsteuer einnehmen. An der Steuerschraube haben die Bundesländer seither 27 Mal gedreht; Ausnahmen machen Bayern und Sachsen. Auch wenn die Steuereinnahmen aus dieser Steuer sprudeln sind weitere Erhöhungen des Steuersatzes bereits in der Planung.

Die Grunderwerbsteuer muss für alle Grundstücke und Immobilien entrichtet werden, Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen machen da keine Ausnahme. Die Höhe der Steuer ist abhängig vom Bundesland, in welchem die Immobilien ihren Standort hat, Im Durchschnitt fallen durchschnittlich 3,5 % vom Kaufpreis an Grunderwerbsteuer an, was bei den aktuellen Kaufpreisen eine erhebliche Summe ausmachen kann.

Käufer und Verkäufer eines Grundstücks oder einer Immobilie sind nach Ansicht des Finanzamtes Gesamtschuldner (§13 Nr. 1 GrEStG), auch wenn der Käufer üblicherweise die Grunderwerbsteuer bezahlen muss. Allerdings gibt der §12 GrEStG dem Finanzamt die Möglichkeit, mit dem Steuerpflichtigen einen Pauschbetrag auszuhandeln und von der genauen Ermittlung der Steuerschuld abzusehen. Dies dient der Vereinfachung der Besteuerung, die Höhe der Grunderwerbsteuer ändert sich nicht wesentlich.

Wird der Kauf rückgängig gemacht zu einem Zeitpunkt, an dem das Eigentum nicht auf den Käufer übergegangen ist keine Grunderwerbsteuer zu entrichten (§16 Abs. 1, Nr. 1 GrEStG). Allerdings muss die Rückgängigmachung innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Das gilt auch für die Nichterfüllung von Vertragsbedingungen und der nachfolgenden Rückgängigmachung.

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