Grunderwerbsteuer Schleswig Holstein

Aug 22, 2020 | Grunderwerbsteuer

Das Bundesland Schleswig-Holstein hat den Steuersatz für die Grunderwerbsteuer im Jahr 2012 auf 5 %, letztmalig im Jahr 2014 auf 6,5 % erhöht. Damit gehört Schleswig-Holstein zu den Bundesländern mit dem höchsten Steuersatz für die Grunderwerbsteuer. Die Grunderwerbsteuer ist seit 2006 Ländersache, deshalb besteuern die einzelnen Bundesländer mit verschiedenen Steuersätzen.

Der Steuersatz für die Grunderwerbsteuer wurde bis 2006 vom Bund bestimmt, es war eine Bundessteuer mit einem Steuersatz von 3,5 %. Schleswig-Holstein gehört, wie auch Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Thüringen zu den Bundesländern die den höchsten Steuersatz bei der Grunderwerbssteuer haben. Dabei beschert diese Steuer dem Haushalt des Bundeslandes im Jahr 2019 etwa 737,8 Mio. Euro.

Grundsätzlich werden Immobilien-Kaufverträge über einen Notar abgeschlossen. Dieser dokumentiert und beglaubigt den Kaufvertrag, wobei dieser rechtsgültig wird. Die Weitergabe des Kaufvertrags mit den Informationen über Käufer und Verkäufer wird vom Notar an das zuständige Finanzamt, Behörden und Gerichten weitergegeben. Mit der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags entsteht auch die Grunderwerbsteuer. Im Kaufvertrag wird festgelegt wer die Grunderwerbsteuer bezahlt. Bezahlt die im Kaufvertrag festgelegte Partei die Steuerschuld nicht fordert das Finanzamt andere Partei zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auf. Nach dem Gesetz haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuergesetz

Das zuständige Finanzamt für die Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Im Grunderwerbsteuergesetz werden bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anteile an Grundstücken (Eigentumswohnungen) als Grundstücke bezeichnet. Für Anleger, die das Grundstück nicht selbst nutzen wollen und in einem anderen Finanzamtsbezirk ansässig sind ist die Zuständigkeit des Finanzamts wichtig.

Basis für die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Dabei werden vom Finanzamt verschiedene Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werden, berücksichtigt.

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist erstellt und verschickt das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an Notar und an Grundbuchamt; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien wie auch bei nicht denkmalgeschützten Immobilien identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 13.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Bei der Besteuerung von für unter Denkmalschutz stehende Immobilie macht der Gesetzgeber keinen Unterschied und berechnet die Grunderwerbsteuer genauso wie es für jede andere Immobilie üblich ist. Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen. Im ganzen Bundesland Schleswig-Holstein befindet sich eine große Anzahl von Denkmalschutz-Immobilien die als Wohnraum genutzt werden.

Immobilien in Schleswig-Holstein, insbesondere in Kiel sind nicht billig, je nach Standort der Immobilie liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 1.500 Euro und mehr als 5.000 Euro, wobei der Quadratmeterpreis in den Städten höher ist. Denkmalgeschützte Immobilien sind viel teurer. Diese Immobilien sind für Investoren optimale Geldanlagen. Die unter Denkmalschutz stehenden Immobilien sind meist in der Innenstadt mit einer optimalen Anbindung am öffentlichen Nahverkehr vorhanden. Außerdem besitzen denkmalgeschützte Immobilien mehr Wohnqualität als herkömmliche Wohnungen. Für solvente Mieter gibt es viele Gründe eine Wohnung in einer denkmalgeschützten Immobilie zu mieten.

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