Grunderwerbsteuer Berlin 

Aug 21, 2020 | Grunderwerbsteuer

In Berlin liegt der Steuersatz für die Grunderwerbsteuer bei 6 %. Bis zum Jahr 2006 war die Grunderwerbsteuer eine Bundessteuer, deren Steuersatz bei 3,5 % lag und vom Bund bestimmt wurde. Berlin erhöhte die Grunderwerbsteuer zum 01.01.2007 auf 4,5 %, zum 01.04.2012 auf 5 % und ein letztes Mal zum 01.01.2014 auf 6 %, dem aktuellen Steuersatz. Noch hat Berlin nicht mehr an der Steuerschraube gedreht, denn immerhin beschert die Grunderwerbssteuer dem Stadtstaat Berlin jährlich etwa 960 Mio. Euro (Stand 2015).

Seit 2006 ist die Grunderwerbsteuer Ländersache, deshalb sind in den verschiedenen Bundesländern auch teilweise andere Steuersätze vorhanden.

Grundsätzlich ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet, für die Besteuerung der Grunderwerbsteuer zuständig. Sind für Käufer und Grundstück verschiedene Finanzämter zuständig, ist dieser Faktor von besonderer Bedeutung. Dies gilt insbesondere für Käufer, die in der gekauften Immobilie bzw. auf dem unbebauten Grundstück ein Haus errichten wollen, aber dort nicht selbst wohnen wollen. Für weitere steuerliche Fragen stehen Steuerberater gerne zur Verfügung.

Grundstücke – bebaute und unbebaute

Die Grunderwerbsteuer entsteht nur dann, wenn der Abschluss eines Rechtsgeschäfts vorausgegangen ist. Damit der Kauf von unbebauten und bebauten Grundstücken zu einem Rechtsgeschäft muss der Kaufvertrag vor einem Notar abgeschlossen werden. Der Notar gibt auch die entsprechenden Informationen über den Kauf des Grundstücks an das zuständige Finanzamt, Behörden und Gerichte weiter. Wer die Grunderwerbsteuer bezahlt vereinbaren Käufer und Verkäufer üblicherweise vor dem Termin beim Notar. In der Regel wird die Grunderwerbsteuer vom Käufer übernommen, weshalb das Finanzamt den Steuerbescheid auch an den Käufer schickt. Erst wenn der Käufer die Steuerschuld nicht bezahlt wendet sich das Finanzamt an den Verkäufer. Für das Finanzamt haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Grunderwerbsteuer.

Basis für die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Dabei werden vom Finanzamt verschiedene Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werden, berücksichtigt.

Erst wenn die Grunderwerbsteuer bezahlt ist wird das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an den Notar und an das Grundbuchamt verschicken; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien wie auch bei nicht denkmalgeschützten Immobilien identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 12.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Bei der Besteuerung von für unter Denkmalschutz stehende Immobilie macht der Gesetzgeber keinen Unterschied und berechnet die Grunderwerbsteuer genauso wie es für jede andere Immobilie üblich ist. Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen.

Immobilien in Berlin direkt sind nicht billig, je nach Stadtteil liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 3.313 Euro und 8.506 Euro. Für denkmalgeschützte Immobilien müssen Anleger etwas tiefer in die Tasche greifen, denn diese Immobilie sind optimale  Kaufobjekte, die meist der Innenstadt liegen und eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben. Auch an solventen Mietern fehlt es nicht, denn viele Menschen lieben denkmalgeschützte Immobilien, die mehr Wohnqualität als herkömmliche Wohnungen bieten. Für Kapitalanleger eine optimale Anlagemöglichkeit.

Zurück zur Übersicht