Grunderwerbsteuer Baden-Württemberg 

Aug 19, 2020 | Grunderwerbsteuer

In Baden-Württemberg liegt der Steuersatz für die Grunderwerbsteuer bei 5 %. Die Grunderwerbsteuer war bis 2006 eine Bundessteuer, deren Steuersatz vom Bund bestimmt wurde und der bei 3,5 % lag. Baden-Württemberg hielt diesen Steuersatz bis einschließlich zum 04.11.2011, hob zum 05.11.2011 den Steuersatz auf 5 % an. Dieser Steuersatz hat bis heute Gültigkeit. Es wurde allerdings darüber nachgedacht den Steuersatz für die Grunderwerbsteuer auf 6,5 % zu erhöhen, was bis heute nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache, ein Grund, warum in der Steuersatz in den verschiedenen Bundesländern differiert. Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer lagen in der Zeit von 2005 bis 2013 bei rund 1,3 Mrd. Euro. Bereits im Jahr 2015 konnte das Land 1,6 Mrd. Euro an Grunderwerbsteuer einnehmen. Während andere Bundesländer oft an der Steuerschraube gedreht haben hat dies Baden-Württemberg nur einmal gemacht.

Zuständig für die Besteuerung der Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das Grundstück befindet. Dies ist zu beachten, insbesondere dann, wenn Grundstück und Käufer in verschiedenen Finanzamtsbezirken ansässig sind.

Damit die Grunderwerbsteuer entstehen kann ist der Abschluss eines Rechtsgeschäfts notwendig; beim Kauf von unbebauten und bebauten Grundstücken ist es der notarielle Kaufvertrag. Über den Kauf des Grundstücks muss das zuständige Finanzamt von Notare, Behörden und Gerichte informiert werden. In der Regel wird beim Kauf vereinbart, dass der Käufer des Grundstücks die Grunderwerbsteuer bezahlt. Deshalb geht auch der Steuerbescheid mit der Zahlungsaufforderung zuerst an den Käufer. Bezahlt dieser nicht wendet sich das Finanzamt an den Verkäufer. Nach dem Steuerrecht haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Steuerschuld.

Das Finanzamt wendet bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer den aktuell gültigen Steuersatz an; der Kaufpreis ist die Basis für die Berechnung der Steuer. Berücksichtigt werden vom Finanzamt die Kosten und Leistungen beispielsweise Vermessungskosten sowie die vom Verkäufer vorbehaltenen Nutzungen wie Wohnrecht. Die Übertragung von Anteilen an Gesellschaften mit Grundbesitz ist ein Sonderfall; hier dient der Grundbesitzwert als Basis für die Höhe der Grunderwerbsteuer.

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist schickt das Finanzamt an den Notar und an das Grundbuchamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung, die aussagt, dass dem Eintrag ins Grundbuch nichts entgegensteht.

Beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien ist die Vorgehensweise identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 300.000 Euro, so werden 15.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Für unter Denkmalschutz stehende Immobilie ist dieselbe Grunderwerbsteuer fällig wie für jede andere Immobilie auch. Allerdings stehen dem Käufer andere steuerliche Vorteile zur Verfügung, die den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien nicht nur sinnvoll, sondern auch attraktiv machen.

Immobilien in Baden-Württemberg sind nicht billig, im Durchschnitt sind 4.274,35 Euro je m2 fällig. Der Trend geht nach oben, denn Immobilien sind aktuell sehr gefragt. Für Anleger bieten sich denkmalgeschützte Immobilien als Kaufobjekte an. Die Vorteile für diese Immobilien sind die Standorte, die meist in den Innenstädten liegen und daher eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben. Daneben bietet der Staat viele attraktive Steuervorteile und die Vergabe günstiger Kredite, wenn Umbauten oder Sanierungen notwendig sind. Ein weiterer Vorteil findet sich bei der Vermietung von denkmalgeschützten Immobilien, hier gibt es mehr solvente Mieter als verfügbarer Wohnraum.

 

 

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